Menu

Interview mit Thierry Weyrich

Die Spannungen lösen

4670 Umspannwerke für Mittel- und Niederspannung sind derzeit im Creos-Netz in Betrieb. Dank ihnen werden die Kunden an das Creos-Stromnetz angeschlossen und profitieren in ihren Unternehmen, Büros und Bauernhöfen von Strom … Thierry Weyrich ist einer von drei Mitarbeitern, die für diese Anschlüsse zuständig sind.

In welcher Abteilung arbeiten Sie? Worin besteht Ihre Funktion genau?

Unser Service ist Teil des Asset Management, genauer gesagt der Mittel- und Niederspannungsabteilung. Wir befassen uns mit den Problemen, die entstehen, wenn die Mittelspannungsanlagen von Creos und der Kunden mit dem Verteilernetz über Umspannwerke verbunden werden. Wir müssen dafür sorgen, dass die Umspannwerke mit unseren Normen und Weisungen übereinstimmen. Außerdem sind wir für die technische Abnahme zuständig und geben die Freigabe für die Inbetriebnahme und den Anschluss ans Netz. Darüber hinaus achten wir darauf, dass die technischen Vorschriften den neuen Standards angepasst werden.

Beispiel: Die Mittelspannungskunden sind Unternehmen, Gewerbeimmobilien und Landwirtschaftsbetriebe. Wenn Letztere Photovoltaikanlagen installiert haben, muss je nach erzeugter elektrischer Leistung ein Anschluss über eine Umspannstation erfolgen.

Wie ist Ihre genaue Funktionsbezeichnung?

Technischer Angestellter im Mittelspannungsbereich.

Wie würden Sie Ihre Funktion beschreiben?

Meine Funktion besteht zu gleichen Teilen aus Büroarbeit und der Arbeit vor Ort.

Im Büro formuliere ich Weisungen auf der Grundlage technischer Normen, kommuniziere diese und überwache ihre Umsetzung. Darüber hinaus analysiere ich Baupläne für Umspannstationen, die an das Creos-Netz angeschlossen werden sollen.

Die externe Arbeit besteht im Wesentlichen aus Besuchen auf den Baustellen. Ich überprüfe, ob die Anlagen den Normen entsprechen. Wenn alles in Ordnung ist, führe ich die technische Abnahme durch. Nachdem ich grünes Licht gegeben habe, kann die Anlage ans Netz angeschlossen werden. Der Monteur trägt letztlich die Verantwortung für seine Anlage, aber ich arbeite bei der Inbetriebnahme mit und achte darauf, dass alle Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden.

Welche Ausbildung und welche Fähigkeiten sind für diese Stelle notwendig?

Voraussetzung ist das Bac+3, das heißt Wirtschaftsingenieur der Fachrichtung Elektrotechnik. Aber ein Teil der Studiendauer kann durch eine entsprechende Erfahrung in diesem Bereich kompensiert werden.

Wie haben Sie bei Creos angefangen?

Ich habe 1997 in Mersch als Leiter der Elektrowerkstatt und Verantwortlicher für die Straßenbeleuchtung angefangen. Dabei ist mir meine Erfahrung zugute gekommen, die ich vorher bei einem anderen Unternehmen im Mittelspannungsbereich gesammelt habe. Deshalb habe ich vorgeschlagen, diesen Service in die Position zu integrieren, die ich derzeit bekleide.

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer Arbeit?

Was mir besonders gefällt, ist die Mischung aus Büroarbeit und Arbeit vor Ort. 50% der Arbeitszeit verbringe ich auf den Baustellen. Jede Baustelle ist anders. Ich bin beispielsweise zuständig für die Baustellen entlang der A7. Pro Tunnel gibt es dort 2 bis 4 Umspannstationen. Ich stehe auch in Kontakt mit Kunden und Planungsbüros. Deshalb finde ich die Arbeit sehr interessant und abwechslungsreich.

Hinzu kommt, dass ich eine große Verantwortung trage. Man muss die Sicherheitsbestimmungen peinlich genau beachten, damit während der Inbetriebnahme und während des Betriebs keine Zwischenfälle eintreten. Oberste Priorität bei unserer Arbeit ist die Sicherheit unserer Mitarbeiter. Außerdem müssen wir darauf achten, dass das Netz nicht beschädigt wird. Glücklicherweise gibt es in unserem Bereich nur materielle Schäden.

Über welche menschlichen Qualitäten muss man verfügen?

Man muss gerne mit Menschen umgehen. Da ich die Qualität der Werke inspiziere, muss ich gut argumentieren können. Manchmal müssen wir auf Anforderungen bestehen, deren Notwendigkeit vom Kunden und vom Installateur nicht eingesehen werden. Bei Problemen muss man ruhig sein und sehr überzeugend auftreten. Ziel muss immer sein, eine Lösung zu finden.

Wie sehen Sie Ihre Karriereentwicklung?

Ich denke, ich habe schon eine schöne Karriere hinter mir. Meine Position wird normalerweise mit Mitarbeitern besetzt, die ein höheres Diplom als ich besitzen. Zudem macht mir mein Beruf große Freude. Ich kann mir nicht vorstellen, 8 Stunden pro Tag in einem Büro zu verbringen. Außerdem beschäftige ich mich lieber mit technischen Problemen als mit der Führung von Teams. Wo ich jetzt bin, fühle ich mich sehr wohl.

Herr Weyrich, wir danken Ihnen für dieses Interview.