Creos Living Lab Projekt

Ziel dieses Projekts ist es, die Auswirkungen der Energiewende auf das Niederspannungsnetz von Creos zu bewerten und gleichzeitig innovative Lösungen zur Bewältigung dieser Auswirkungen zu testen.

Creos Living Lab - Innovating Grid Solutions

Angesichts der neuen Nutzungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Heizung und Mobilität sowie dem Aufkommen von Photovoltaikanlagen verändern sich die Auswirkungen auf die Infrastruktur des Stromnetzes. Aus diesem Grund hat Creos am 1. Juli 2024 das Pilotprojekt Creos Living Lab gestartet. Ziel dieses Projekts ist es, die Auswirkungen der Energiewende auf unser Niederspannungsnetz zu bewerten und gleichzeitig innovative Lösungen zu testen, um diese Auswirkungen zu bewältigen.

Im Dorf Cruchten werden 14 Haushalte, die mit 14 Elektrofahrzeugen, 12 Wärmepumpen, 11 Photovoltaikanlagen und 4 Batterien ausgestattet sind, Creos dabei helfen, das Stromnetz im Jahr 2030 in einer realen Umgebung zu simulieren.

Ein Jahr lang werden wir die Projektteilnehmer begleiten, die Anweisungen und Ratschläge erhalten, um sich verschiedene Verhaltensweisen anzueignen. Mithilfe der Teilnehmer und eines von Nexxtlab zur Verfügung gestellten Energiemanagementsystems für zu Hause können wir verschiedene Szenarien im Netz simulieren, wie z. B. die Förderung des Eigenverbrauchs über die Mittagszeit oder die Verlagerung des Aufladens von Elektrofahrzeugen außerhalb der Spitzenzeiten.

Unsere Infrastruktur wird während der gesamten Dauer des Projekts sorgfältig überwacht. Dank der engen Zusammenarbeit mit Datathings, Creos IT, Metering Services und dem Dispatching können wir mit dem digitalen Zwilling Alva Smart Grid-Lösungen testen.

Das Projekt Creos Living Lab, das die Zusammenarbeit vieler Abteilungen erfordert, wird Creos dabei helfen, sich auf einige der Herausforderungen der Energiewende vorzubereiten und so eine seiner Kernaufgaben zu erfüllen: die Übertragung und Verteilung von Energie über die Stromnetze heute und in Zukunft sicherzustellen.

Kleine Gesten, große Wirkung

Durch einfache Gesten im Alltag kann der Kunde zu einer effizienten Nutzung der verfügbaren natürlichen Ressourcen beitragen.

An dunklen, kalten Winterabenden erhöhen Heizen, Kochen und Beleuchtung den Verbrauch im Netz während der Spitzenzeiten, oft zwischen 17 und 21 Uhr. Um das Netz zu unterstützen, können einige elektrische Anwendungen, wie beispielsweise das Laden des Elektrofahrzeugs, auf die Nacht verlagert werden.

An sonnigen Sommertagen steht ein großer Teil der Produktion aus Photovoltaikanlagen zur Verfügung. Einige flexible Anwendungen, wie das Laden von Elektrofahrzeugen oder der Betrieb von Waschmaschinen, kann in diese sonnigen Zeiten verlagert werden, um den Verbrauch von erneuerbarem Strom zu erhöhen.

Partner

Um den bestmöglichen Erfolg des Projekts zu gewährleisten und dem gesamten Ökosystem die Möglichkeit zu bieten, durch das Projekt Erkenntnise zu gewinnen, hat Creos von Anfang an mehrere Partner in das Projekt einbezogen:

  • Klima-Agentur, um bei der Integration der Projektteilnehmer zu helfen, Energieberatung anzubieten und die Ergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und zu kommunizieren.

  • House of Automobile, um den Automobilsektor in das Projekt zu involvieren und die Ergebnisse den Verkäufern von Elektroautos mitzuteilen.

  • Fédération des Artisans, um den Sektor der Elektriker und Heizungsinstallateure einzubeziehen und die Ergebnisse an diese weiterzugeben.

Von Beginn des Projekts an beriet sich Creos auch mit dem Wirtschaftsministerium und der Regulierungsbehörde.

Wichtige Ergebnisse des Creos Living Lab

Das Creos Living Lab hat gezeigt, dass intelligente Stromnetze und die aktive Beteiligung der Kunden dazu beitragen können, den steigenden Strombedarf und die Erzeugung erneuerbarer Energien zu bewältigen.

Das Projekt zeigte, dass das Kundenverhalten ein entscheidender Faktor für die Bewältigung der Energiewende ist. Einfache Maßnahmen wie das Laden von Elektrofahrzeugen außerhalb der abendlichen Spitzenzeiten und die Steigerung des Eigenverbrauchs von Solarenergie erwiesen sich als wirksam und konnten ohne nennenswerte Beeinträchtigungen des Komforts problemlos umgesetzt werden. Dies lässt sich leicht umsetzen, indem man die Kalenderfunktion in den Einstellungen des Elektrofahrzeugs nutzt und das Laden beispielsweise so einstellt, dass es nach 23:00 Uhr beginnt. Für Haushalte ohne Elektrofahrzeug gibt es die gleichen Funktionen für Geschirrspüler und Waschmaschinen.

Das Living Lab zeigte zudem, dass Smart-Grid-Technologien dazu beitragen können, Stromspitzen zu reduzieren und die bestehende Netzinfrastruktur besser zu nutzen. Die prognosebasierte Steuerung funktionierte gut bei der Bewältigung hoher Solarenergieproduktion an sonnigen Tagen, während sich die Echtzeitsteuerung sowohl bei Verbrauchs- als auch bei Produktionsspitzen als wirksam erwies, erfordert jedoch zusätzliche Kommunikations- und Überwachungsinfrastruktur. Ein intelligentes Lastmanagement ist ohne nennenswerte Auswirkungen auf den Kundenkomfort machbar, doch eine differenzierte und hochpräzise Lastreduzierung über Smart-Meter-Relais ist von Natur aus schwierig.

Eine wichtige Erkenntnis ist, dass sich ein widerstandsfähiges Niederspannungsnetz nicht auf eine einzige Lösung oder einen einzigen Akteur stützen kann, um die Transformation des Energiesystems zu unterstützen. Intelligente Technologien, engagierte Kunden, qualifizierte Fachkräfte und interoperable digitale Systeme müssen zusammenwirken, um ein zukunftsfähiges Stromnetz aufzubauen.

Entdecken Sie die detaillierten Ergebnisse im Abschlussbericht unten.

Dokumente zum Download

Creos Living Lab - Abschlussbericht (ENGL)

3 MB

Informationstafeln - Mehr Informationen über das Zuhause der Zukunft, die Herausforderungen der Energiewende und die Funktionsweise unseres Stromnetzes

1 MB

Pressemitteilung - Creos Living Lab : Un Nouveau Chapitre pour la Transition Énergétique au Luxembourg (FR)

209 KB

Präsentation - Lancement Officiel (FR)

1.2 MB

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