Grid Hosting Capacity

Die Netzkapazitätskarte bietet einen Überblick über die verfügbaren elektrischen Kapazitäten in den von Creos betriebenen Netzen auf den Spannungsebenen 380, 220, 110, 65 und 20 kV.

Netzkapazitätskarte

Ziel

Die Netzkapazitätskarte bietet einen Überblick über die verfügbaren Stromkapazitäten in den von Creos betriebenen Netzen auf den Spannungsebenen 380, 220, 110, 65 und 20 kV. Dieses Tool dient in erster Linie dazu, über die verfügbaren Einspeisekapazitäten an den verschiedenen Hoch-/Mittelspannungs-Umspannwerken zu informieren. Es handelt sich um ein rein informatives Tool, das keinerlei vertragliche Verpflichtung hinsichtlich der Kapazitätszuweisung darstellt.

Um eine Einspeisekapazität im Stromnetz zu reservieren, muss jeder Projektträger einen formellen Antrag über die Plattform myCreos einreichen. Ein Informationsblatt, das im Abschnitt „Dokumente zum Download“ am Ende dieser Seite verfügbar ist, beschreibt den Prozess zur Kapazitätsreservierung für Stromerzeugungseinheiten aus erneuerbaren Energiequellen im Detail. Jeder Antrag auf Reservierung von Einspeisekapazität wird einer detaillierten Analyse unterzogen, unabhängig von den auf der öffentlichen Karte angezeigten Verfügbarkeiten. Die Bewertung kann in Abstimmung mit dem Projektträger flexible Anschlusslösungen (Flexible Connection Agreement) oder gegebenenfalls Netzverstärkungsmaßnahmen umfassen.
 

Quelle und Status der veröffentlichten Daten

Die Kapazitätskarte basiert auf folgenden Informationen:

  • Standort und Nennleistung der Transformatoren sowie die maximalen Kapazitäten der Stromleitungen;
  • die an den Umspannwerken in den letzten zwölf Monaten gemessenen Lasten;
  • die für Projekte in Entwicklung reservierten Leistungen;
  • geplante Infrastrukturverstärkungsprojekte.

Die auf der Website angezeigten Daten werden viermal im Jahr aktualisiert.

 

Verfügbare Kapazitäten

Die Karte stellt die verbleibende Leistung am ausgewählten Netzpunkt dar, unter Berücksichtigung von:

  • der tatsächlichen Nutzung der bereits angeschlossenen Anlagen (gelegentliche Extremwerte werden ausgeschlossen);
  • bestätigten Leistungsreservierungen für zukünftige Projekte in der Entwicklungsphase;
  • aktuell auf der Warteliste geführten Projekten;
  • Korrekturfaktoren (Gleichzeitigkeit, Realisierungswahrscheinlichkeit);
  • Projekten zur Verstärkung und Erweiterung der elektrischen Infrastruktur.

Die Reservierungen werden regelmäßig überprüft und gemäß dem auf unserer Website veröffentlichten Kapazitätsreservierungsprozess angepasst.
 

Wie ist die Karte zu lesen?

Die Karte zeigt die Hochspannungs-Umspannwerke entsprechend den gewählten Kriterien sowie die verfügbaren Kapazitäten. Die angezeigten Ergebnisse hängen von den vom Benutzer gewählten Parametern ab:

  • das angefragte Einspeisekapazitätsvolumen;
  • das gewählte Referenzjahr (2026, 2030 oder 2035);
  • der Benutzertyp (Einspeisung oder Entnahme).

In einer ersten Phase ist die Abfrage auf Einspeisekapazitäten beschränkt. Jedem Umspannwerk wird ein Farbcode zugeordnet, um eine visuelle Einschätzung der Situation zu ermöglichen:

  • Rot: ausgelastetes (überlastetes) Umspannwerk
  • Orange bis Grün: zunehmender Verfügbarkeitsgrad
     

Anschlussanfragen

Für jede konkrete und verbindliche Anschlussanfrage ist das offizielle Verfahren über das Portal my.creos.net zu befolgen. Im Rahmen der detaillierten Projektanalyse berücksichtigt Creos zusätzliche technische Parameter, insbesondere:

  • die detaillierte Konfiguration der Umspannwerke;
  • die Kurzschlussströme;
  • alternative Spannungsebenen.

Bei einer Auslastung auf der gewählten Spannungsebene wird im Rahmen der vertieften Analyse auch die Möglichkeit eines Anschlusses auf einer höheren Spannungsebene geprüft. Je weiter ein Projekt in die Zukunft reicht, desto stärker können sich die Einschätzungen verändern. Daher kann der endgültige Anschlussvorschlag von den auf der Karte dargestellten Richtwerten abweichen. Bei Anträgen auf der Warteliste werden die Antragsteller schrittweise kontaktiert, sobald Kapazitäten im Netz frei werden oder spätestens zwei Jahre vor der Bereitstellung neuer Kapazitäten infolge einer Netzverstärkung. Sie haben dann die Möglichkeit, ihren Bedarf zu bestätigen und die verfügbare Kapazität zu reservieren. Erfolgt innerhalb der vorgegebenen Frist keine Bestätigung, wird der Antrag von der Warteliste gestrichen.
 

Auswahl der Spannungsebene

Die folgende Tabelle gibt die geeignete Spannungsebene entsprechend der Leistung der Anlage des Antragstellers an.

Untergrenze [kVA]
Obergrenze [kVA]
Anschlusspunkt

0

70

Anschluss an das NS-Netz (400 V)1

70

200

Anschluss an eine MS/NS-Station auf NS-Ebene (400 V)1

200

5.000

Anschluss an das MS-Netz (20 kV)

5.000

25.000

Anschluss an eine HS/MS-Station auf MS-Ebene (20 kV)

25.000

50.000

Anschluss an das HS-Netz (110 oder 65 kV)

50.000

100.000

Anschluss an eine HS-Station (220 kV) auf der HS-Ebene (110 oder 65 kV)

100.000

-

Anschluss an das HS-Netz (220 kV bzw. 380 kV)2

NS = Niederspannung, MS = Mittelspannung, HS = Hochspannung / Höchstspannung
1 Die Karte zeigt keine Niederspannungsnetze an. Für Leistungen bis zu 200 kVA muss ein Antrag gestellt werden.
2 Bitte beachten Sie, dass die Netzkapazitätskarte derzeit für Anfragen bis 150 MVA ausgelegt ist. Für Anschlussanfragen mit höherer Leistung ist eine gesonderte Prüfung erforderlich.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Creos unter info@creos.net.

 

3 In Zukunft können flexible Anschlusslösungen auf Basis eines in der Entwicklung befindlichen Rahmens (Flexible Connection Agreement / Non-Firm Connection Agreement) in Betracht gezogen werden.

 

Übersicht der Einspeisereservierungen

Die nachstehende Tabelle zeigt die bei der Bewertung der verfügbaren, auf nationaler Ebene aggregierten Kapazitäten berücksichtigten Reservierungen im Detail.
 

MW
Leistungsreservierung
Warteliste
Geasamt

PV

402,2

591,8

994,0

Wind

1.079,0

862,5

1.941,5

Biogas

0,4

3,5

3,9

Speicher

160,5

0,0

160,5

 

Installierte Leistung an Erneuerbaren

Die folgende Tabelle zeigt die installierte Leistung erneuerbarer Energien auf nationaler Ebene im Jahr 2026 sowie in den Jahren 2030 und 2035 auf der Grundlage der aktuellen Reservierungen.

MW
Installierte Leistung an Erneuerbaren

2026

1.023,2

2030

2.093,4

2035

2.611,2

 

Die neuesten Zahlen zur Solar- und Windenergie finden Sie unter: https://energieauer.lu/

 

FAQ Grid Hosting Capacity

Was tun, wenn die auf der Karte angegebene Netzkapazität für meinen Bedarf nicht ausreicht?

Eine unzureichende Kapazität führt nicht automatisch zur Ablehnung eines Anschlussantrags. Die Netzkapazität könnte sich nach einer detaillierten Anschlussstudie als ausreichend erweisen, die topologische Optimierungen oder eine Verstärkung des Netzes vorsehen kann. Zudem könnten Kapazitätsreservierungen aufgegeben werden. Zögern Sie nicht, Creos zu kontaktieren, wenn Sie ein konkretes Projekt haben.

Ist eine Anschlussstudie noch erforderlich, wenn die Karte eine ausreichende Kapazität anzeigt?

Ja, die Karte gibt nur einen allgemeinen Überblick über die Netzkapazitäten für einen bestimmten Zeitraum. Jedes geplante Projekt muss die Studienprozesse durchlaufen, um eine Leistungsreservierung bzw. einen Anschlussantrag zu erstellen.

Wann ist eine Leistungsreservierung erforderlich?

Eine Leistungsreservierung ist erforderlich, um sicherzustellen, dass die Leistung vor Beginn eines Großprojekts verfügbar ist. Ohne Leistungsreservierung kann Creos einen möglichen Netzanschluss nicht garantieren, unabhängig von der auf der Karte angegebenen Verfügbarkeit. Das Informationsblatt zur Leistungsreservierung finden Sie unter der Rubrik „Dokumente zum Download“ am Ende der Seite.

Wann muss ich meinen Anschlussantrag stellen?

Informationen zu Anschlussanträgen sowie zu den Antragsverfahren finden Sie auf der Seite Downloads.

Wie kann es sein, dass es Stationen gibt, die gleichzeitig über verfügbare Kapazitäten und Kapazitäten auf der Warteliste verfügen?

Die auf der Capacity Map dargestellten Kapazitäten fassen Netzanschlussanfragen über alle nachgelagerten Spannungsebenen zusammen. Dadurch können an derselben Station gleichzeitig freie Kapazitäten und Kapazitäten auf der Warteliste ausgewiesen werden. Während auf der höheren Spannungsebene der Station noch Kapazitäten verfügbar sein können, befinden sich manche Netzanschlussanfragen aufgrund von Einschränkungen im nachgelagerten Netz auf der Warteliste.

Weitere Beispiele sind auf individuelle Stationsbeschränkungen zurückzuführen, die nicht direkt mit der Kapazität der Station zusammenhängen. Dazu gehören Umstände wie begrenzte Zellverfügbarkeit (z.B. die Stationen Bascharage und Schifflange, deren Modernisierung derzeit geplant ist (DNDP)), der Bau einer neuen Transformatorstation (z.B. die Stationen Sanem/Woiwer und Wolser (DNDP)), eine die verfügbare Kapazität übersteigende nächste Anfrage in der Warteschlange, oder das Warten auf eine Antwort eines Kunden.

Warum weisen so viele Umspannwerke ab einer Spannungsebene von 65 kV dieselben verfügbaren Kapazitäten aus?

Auf den Spannungsebenen 65 und 110 kV werden die Hochspannungsstationen in geografische Regionen zusammengefasst. Auf diesen Spannungsebenen zeigt jeder Kartenpunkt, der einer Hoch- bzw. Mittelspannungsstation entspricht, die gesamte regional verfügbare Kapazität an. Das gleiche Prinzip gilt für die Hoch- und Höchstspannungsstationen auf den Spannungsebenen 220 und 380 kV, die als Teil einer einzigen, nationalen Region betrachtet werden, in der die Berechnung der verfügbaren Kapazität auf der nationalen Import- und Exportkapazität basiert. Dementsprechend verringert sich die verfügbare Kapazität aller Stationen in der Region um den entsprechenden Betrag, wenn eine bestimmte Kapazität an einer gegebenen Station angeschlossen wird.

Warum steigen die reservierten und auf der Warteliste stehenden Kapazitäten mit höheren Spannungsebenen an?

Der sukzessive Anstieg der reservierten und auf der Warteliste stehenden Kapazitäten pro Station ist darauf zurückzuführen, dass die Reservierungen und Wartelisten über alle Spannungsebenen hinweg aggregiert werden. So enthalten beispielsweise die 20 kV Kartenpunkte die Kapazitäten, die auf der Ebene des Mittelspannungsnetztes oder der Mittelspannungsstation angeschlossen werden sollen, während die 65 und 110 kV Punkte sowohl die auf den Mittelspannungs- als auch die auf den Hochspannungsebenen vorgesehenen Kapazitäten enthalten. Dementsprechend umfassen die 220- und 380-kV-Kartenpunkte alle Reservierungen und Wartelisten der niedrigeren Spannungsebenen sowie diejenigen, die direkt an das Höchstspannungsnetz angeschlossen werden sollen.

Dies erklärt auch, warum auf höheren Spannungsebenen gleichzeitig freie Kapazitäten und Kapazitäten auf der Warteliste ausgewiesen werden können. Während auf den höheren Spannungsebenen noch freie Kapazitäten verfügbar sind, ergeben sich die Kapazitäten auf der Warteliste aus Einschränkungen auf den darunterliegenden Spannungsebenen.

Warum nehmen die reservierten und auf der Warteliste stehenden Kapazitäten im Laufe der Jahre ab?

Die für 2026 dargestellten Werte umfassen alle Projekte, die sich derzeit auf der Reservierungs- bzw. Warteliste befinden. Die für 2030 und 2035 ausgewiesenen Werte sind Schätzungen. Sie basieren auf der Annahme, dass ein Teil der reservierten Kapazitäten bis dahin bereits in Betrieb genommen wurde und dass einige Projekte auf der Warteliste infolge der geplanten Netzausbaumaßnahmen eine Netzanschlusszusage erhalten haben. Dadurch wird erwartet, dass die reservierten Kapazitäten sowie die Kapazitäten auf der Warteliste im Laufe der Zeit abnehmen.

Dokumente zum Download

Capacity Reservation Process

1.62 MB

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